Zuletzt aktualisiert: 18. Mai 2026
Willkommen zu einer Reise durch die Geschichte und die Wissenschaft einer der bahnbrechendsten Technologien der modernen Urologie: der extrakorporalen Stoßwellenlithotripsie (ESWL). Als Facharzt für Urologie mit Spezialisierung auf die Behandlung von Nierensteinen möchte ich Ihnen erzählen, wie sich eine Beobachtung aus Kriegszeiten zu einem der elegantesten nicht-invasiven Verfahren entwickelte, die wir heute anbieten.
Dieser Artikel basiert auf meinem offiziellen Vortrag, den ich am 17. November 2018 auf dem Royal Phnom Penh Urology Seminar gehalten habe. Dieses Seminar bleibt ein bedeutender Meilenstein in meiner Karriere – ein Moment, in dem wir die historischen Wurzeln medizinischer Innovationen mit den hochmodernen Lösungen verbanden, die ich heute meinen Patienten im Bangkok Hospital Headquarters und im Samitivej Sriracha Hospital biete.

Was genau ist eine Schockwelle?
Um zu verstehen, wie wir Nierensteine ohne einen einzigen Schnitt zertrümmern, müssen wir zunächst die physikalischen Grundlagen der “Stoßwelle” verstehen. Wissenschaftlich gesehen ist eine Stoßwelle eine plötzliche Druckänderung in einem begrenzten Bereich, die sich durch ein Medium wie Luft oder Wasser ausbreitet. Diese Wellen entstehen typischerweise durch Explosionen oder durch Körper, die sich schneller als die Schallgeschwindigkeit bewegen.
In der Urologie nutzen wir diese Energie und richten sie präzise aus. Stellen Sie es sich wie einen fokussierten Schallstrahl vor: Ähnlich wie eine Lupe Sonnenlicht auf einen einzigen Punkt bündelt, um Wärme zu erzeugen, bündelt ein ESWL-Gerät Stoßwellen auf einen Nierenstein, um mechanischen Stress zu erzeugen, der den Stein schließlich in “Staub” oder kleine Fragmente zerbricht, die auf natürlichem Wege über den Urin ausgeschieden werden können.
Eine überraschende Geschichte: Von Schlachtfeldern zu Krankenhäusern
Die Geschichte der ESWL ist ein klassisches Beispiel für Dual-Use-Technologie – wenn eine Entdeckung in einem Bereich einen anderen völlig verändert.
- Der Bezug zum Zweiten Weltkrieg Während des Zweiten Weltkriegs wurde beobachtet, dass Seeleute und Soldaten in der Nähe von Unterwasserexplosionen von Tiefenbomben schwere Lungenschäden erlitten – selbst wenn sie keine sichtbaren äußeren Wunden hatten. Dies bewies, dass Druckwellen durch Wasser und den menschlichen Körper wandern und innere Strukturen beeinträchtigen können.
- Der Durchbruch (1980): Jahrzehntelange Forschung auf dem Gebiet der Hochenergiephysik führte schließlich zu einem medizinischen Durchbruch. Am 7. Februar 1980 wurde in Deutschland die allererste Behandlung am Menschen mit einem extrakorporalen Stoßwellenlithotripter der ersten Generation durchgeführt. Dieses einzelne Ereignis veränderte die Urologie für immer und verwandelte ehemals große offene Operationen in nicht-invasive Eingriffe.


Die vier Generationen der ESWL: Ein Weg zur Perfektion
Seit 1980 hat sich die Technologie rasant weiterentwickelt. Jede neue Maschinengeneration zielte darauf ab, die Behandlung sicherer, komfortabler und präziser zu gestalten.
1. Die erste Generation: Die Ära des “Wasserbades”
Die frühen Maschinen waren riesig. Um zu funktionieren, musste der Patient in eine große Wanne mit Wasser getaucht werden, damit die Stoßwellen vom Generator in den Körper gelangen konnten. Die Nachteile waren erheblich: Diese Maschinen waren unglaublich teuer und riesig, die Fokuszone (der Bereich, in den die Energie eindringt) war breit und daher weniger präzise, die Patienten benötigten eine Vollnarkose und sie erforderten typischerweise einen Krankenhausaufenthalt.


2. Die zweite Generation: Der “trockene” Patient
Ingenieure ersetzten die riesige Wasserwanne durch ein kleines, mit Wasser gefülltes Kissen oder einen “Balgen”, der gegen die Haut des Patienten gedrückt wurde. Der Patient blieb trocken, und die Fokussierungszone wurde enger und genauer. Einige Behandlungen konnten unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden – aber die Geräte blieben groß und erforderten immer noch eine erhebliche Strahlenbelastung für die Steinlokalisierung.

3. Die dritte Generation: Kompakte Effizienz
Diese Geräte wurden deutlich kleiner und mobiler. Allerdings waren sie bei der Zielerfassung nach wie vor stark auf Röntgenstrahlen (Fluoroskopie) angewiesen, was bedeutete, dass die Patienten Strahlung ausgesetzt waren. Zudem führte die Atmung des Patienten dazu, dass sich der Nierenstein bei jedem Atemzug auf und ab bewegte, was es schwierig machte, eine “Trefferquote” von 100% auf den Stein aufrechtzuerhalten.

4. Die vierte Generation: Der aktuelle Standard
Dies repräsentiert die Technologie, die wir heute nutzen – ein Höchstmaß an Präzision und Patientensicherheit. Die Verbesserungen sind bemerkenswert:
- Automatische Steinerkennung: Das Gerät erkennt den Stein automatisch.
- Keine Strahlenbelastung: Durch den Einsatz modernster Ultraschalltechnik anstelle von Röntgenstrahlen können wir den Stein erkennen, ohne den Patienten einer Strahlenbelastung auszusetzen.
- Atemverfolgung: Der “heilige Gral”. Das Ultraschallsystem verfolgt die Bewegung des Steins im Rhythmus der Atmung des Patienten und stellt so sicher, dass die Stoßwelle während der gesamten Sitzung stets das Ziel trifft.
- Keine Betäubung erforderlich: Die meisten Patienten können diese Behandlung ohne Schmerzmittel über sich ergehen lassen und noch am selben Tag nach Hause gehen.
Was bestimmt Erfolg?
Während unsere Technologie der 4. Generation hocheffizient ist, hängt die Erfolgsquote beim Zertrümmern von Nierensteinen von drei kritischen Faktoren ab:
| Faktorisieren | Beschreibung |
|---|---|
| Steinhärte | Nicht alle Steine sind gleich. Wir verwenden CT-Scans, um die “Hounsfield Units” (Dichte) eines Steins zu messen. Je härter der Stein, desto mehr Stoßwellen können zur Zertrümmerung erforderlich sein. |
| Standort des Steins | Stones in the kidney or upper ureter generally have higher success rates than those in the very bottom of the kidney (the lower pole), where gravity makes it harder for fragments to wash out naturally. |
| Stone Size | Stones under 10 mm have the highest success rates (often 85–90% or more). As the stone grows larger than 10 mm, the success rate for a single session may decrease, sometimes requiring a second treatment. |
Final Thoughts
The evolution of ESWL — from a wartime observation to a 4th-generation “robotic” tracking system — is a testament to the power of medical innovation. My presentation in 2018 at Royal Phnom Penh Hospital was, in many ways, a celebration of this progress. Today, we are proud to offer a treatment that is non-invasive, radiation-free, and highly effective — allowing our patients to return to their lives faster than ever before.
If you are dealing with kidney stones and would like to discuss whether ESWL is the right treatment option for you, Dr. Soarawee Weerasopone offers specialist consultations in kidney stone treatment at Bangkok Hospital Headquarters. Beratungstermin buchen.
Frequently Asked Questions About ESWL
What is ESWL and how does it break kidney stones?
ESWL (Extracorporeal Shockwave Lithotripsy) uses focused shockwaves generated outside the body to break kidney stones into small fragments. The shockwaves pass through the skin and tissue, concentrating their energy on the stone to fracture it into pieces small enough to be passed naturally in the urine.
Is ESWL painful or does it require anesthesia?
With modern 4th-generation ESWL machines, most patients can undergo treatment without anesthesia or even painkillers. The procedure is non-invasive and well tolerated, allowing patients to return home the same day.
Welche Größe von Nierensteinen wird am besten mit ESWL behandelt?
Stones under 10 mm have the highest success rates with ESWL — often 85–90% or higher in a single session. Stones larger than 10 mm may still respond to ESWL but sometimes require a second treatment session for complete clearance.
Does modern ESWL still use X-ray radiation?
Fourth-generation ESWL machines use advanced ultrasound for stone localization, eliminating the need for X-ray radiation during the procedure. This makes the treatment safer for patients, especially those who may need repeat sessions.
What factors affect the success rate of ESWL?
Three main factors determine ESWL success: stone hardness (measured in Hounsfield Units on CT scan), stone location (upper kidney and ureter respond better than lower pole stones), and stone size (smaller stones have higher success rates).
Haftungsausschluss: Dieser Inhalt wurde von Dr. Soarawee Weerasopone, einer staatlich geprüften Urologin am Hauptsitz des Bangkok Hospital, verfasst und medizinisch überprüft. Er dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Konsultieren Sie vor Beginn einer medizinischen Behandlung stets einen qualifizierten Arzt.
Medizinisch verfasst & überprüft von: Dr. Soarawee Weerasopone (Dr. Pom) – Fachärztin für Urologie, Bangkok Hospital Hauptverwaltung. International Stipendiatin: Baylor College of Medicine (USA) · Juntendo University (Japan) · Chang Gung Memorial Hospital (Taiwan).

Dr. Soarawee Weerasopone (Dr. Pom) ist ein Facharzt für Urologie am Bangkok Hospital Headquarters, spezialisiert auf Männergesundheit, Roboterchirurgie (Da Vinci System) und Nierensteinbehandlung. Er hat internationale Fortbildungen am Baylor College of Medicine (USA), am Juntendo University Hospital (Japan) und am Chang Gung Memorial Hospital (Taiwan) absolviert. Alle medizinischen Inhalte auf dieser Website werden von Dr. Soarawee auf der Grundlage seiner klinischen Erfahrung und seiner internationalen Ausbildung verfasst und überprüft.


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